Ausstellungen

 

 

64 Tage: Ein Festival in Bildern

Fotoinstallation von Jürgen Röhrscheid
Ausstellung/Gleishalle Hauptbahnhof
Samstag, 29. Juni, bis Samstag, 31. August 2013
Bildwechsel täglich um 17.00 Uhr
Das Festival Büchner200 beginnt am Samstag, dem 29. Juni, und bringt ganze acht Wochen den Geist Georg Büchners in das hochsommerliche Darmstadt: 64 Tage voll spannender Aktionen, Literatur, Kunst und Kultur auf den Spuren des berühmten Darmstädter Dichters. Auf die Suche nach Impressionen begibt sich in dieser Zeit der Fotograf Jürgen Röhrscheid. Seine Fundstücke gibt es in der Fotoinstallation „64 Tage“ in der Gleishalle des Darmstädter Hauptbahnhofs zu bewundern – die Installation wächst jeden Tag um ein Foto, das jeweils um 17 Uhr aufgehängt wird. Den Anfang macht eine Aufnahme des Büchnerschen Geburtshauses im zehn Kilometer von Darmstadt entfernt gelegenen Goddelau. Was darauf folgt, steht noch in den Sternen des bunten Festivaltreibens geschrieben!

Statt mit schwerer Kamera-Ausrüstung ist Röhrscheid für die Aufnahmen lediglich mit seinem Smartphone unterwegs, ausgestattet mit einem Programm, das die Bilder mittels spezieller Filter wie Aufnahmen einer Analogkamera mit der Patina verschiedenster Epochen wirken lässt.

Jürgen Röhrscheid, freiberuflicher Fotograf, studierte visuelle Kommunikation mit dem Studien-schwerpunkt Fotografie an der Folkwangschule in Essen. Neben Aufträgen für zahlreiche Verlage im In- und Ausland fotografierte er lange Zeit für das Frankfurter Allgemeine Magazin, dessen Redaktionsfotograf er später bis zur Einstellung des Magazins wurde. Heute besitzt er ein Studio in Darmstadt. (ELA)

Weitere Informationen unter www.roehrscheid-fotografie.de

 

Mea Culpa: „Oft schlug er sich den Kopf an die Wand“

Videoinstallation von Willi Bucher
Ausstellung/Vorplatz Königreich Popo
Samstag, 29. Juni, bis Samstag, 31. August 2013
Täglich geöffnet ab 21 Uhr (bei schönem Wetter)

Willi Buchers Kunst lässt sich nicht auf eine Spielart festlegen, der Wahl-Darmstädter hinterfragt die Dinge in seiner Malerei, in Zeichnungen, mit Skulpturen und Videoinstallationen.
Gemeinsam mit Ralf Kopp entwickelte er das Prinzip der „beboxx“: eine Form der Videokunst, bei der Glasbausteine anstelle von TV-Monitoren als Informationsträger dienen. Die Bilder werden von hinten auf die Glasflächen projiziert.

Ganze Glasbaustein-Wände verbaut Willi Bucher in großen Industrie-Containern, die so zu äußerst mobilen Kunstobjekten werden. Die geöffneten Containertüren offenbaren den Blick auf die Projektionsflächen.
Auch die mit „Mea Culpa“ betitelte Arbeit gehört in diese flexible Werkform und war bereits von September 2009 bis Oktober 2011 in der Stiftung der Zeche Zollverein zu sehen. Immer wieder wird der Betrachter hier Zeuge einer eindringlichen Szene, für die ein Zitat aus Georg Büchners „Lenz“ die Vorlage sein könnte: Der Held der Büchnerschen Erzählung, der mittellose und verstoßene Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz, ist zutiefst seelisch zerrüttet, er leidet an einer Krankheit, die später mit dem Begriff „Schizophrenie“ ihren Namen finden sollte. In Phasen besonders schlimmer Anfälle versucht Lenz sich mit brutalen Mitteln selbst zur Besinnung zu bringen: „Oft schlug er sich den Kopf an die Wand, oder versetzte sich sonst einen heftigen physischen Schmerz.“

Willi Buchers Arbeit „Mea Culpa“ hinterlässt vom 29. Juni bis 31. August im Rahmen des Festivals Büchner200 vor der Festival-Bar Königreich Popo einen bleibenden Eindruck. (ELA)

Weitere Informationen unter www.bucher.net

 

Der Block (2) „Spuren Georg Büchners im Protest der Gegenwart“

Ausstellung/BüchnerBox
Eintritt frei!
Dienstag, 13. August, bis Samstag, 17. August 2013

Die Ausstellung „Spuren Georg Büchners im Protest der Gegenwart“ zeigt Demonstrationstafeln, Flugblätter und Transparente mit einer Auswahl an Losungen und Slogans nationaler und internationaler Protestbewegungen: vom Motto des Hessischen Landboten und Zitaten aus Georg Büchners Briefen über historische Parolen bis zu den Statements der Occupy Bewegung, mit der die Künstlerin seit 2011 zusammenarbeitet. Schreib-Zonen bieten Gelegenheiten zum Notieren eigener Kommentare.
Begleitend zur Ausstellung findet ein vielfältiges Rahmenprogramm statt. Eine Megafonlesung der Künstlerin zur Vernissage am Dienstag, dem 13. August, setzt Zitate aus Büchners Briefen sowie der Flugschrift „Der Hessische Landbote“ mit politischen Slogans der Gegenwart in ein spannendes Verhältnis (eine weitere Megafonlesung findet am Freitag, dem 16. August, statt). Auch die allmittwöchliche Singstunde mit Picknick darf im Rahmen der Ausstellung nicht fehlen: am 14. August interpretiert der Frankfurter Beschwerdechor, unter der Leitung von Philipp Höhler und Hans Joachim Steinbrück, Texte aus dem „Hessischen Landboten“. Bei der anschließenden Eat Mob Tafel „Das erste Abendmal“ verwandelt sich das Schreib-Lese-Areal in der BüchnerBox zu einer Speisetafel: „Kommt her, bringt Essen und Trinken, teilt mit Euren Nachbarn und macht mit bei der Georg Büchner Open Jam Session!“ fordert Helga Franke auf. In einem Vortrag am Donnerstag, dem 15. August, erörtert der Frankfurter Schriftsteller Rudolf Sievers die stilistischen Mittel der Sprachkritik aus Büchners Stück „Dantons Tod“. Gemeinsam mit Helga Franke werden anschließend politische Slogans von Büchner bis Occupy vorgetragen und diskutiert.
Zur Finissage am Freitag, dem 16. August, lädt die Künstlerin zur zweiten Eat Mob Tafel und anschließender Georg Büchner Public Jam Session in die BüchnerBox.
Den Abschluss der Block-Woche bildet eine große Pecha-Kucha-Nacht für Georg Büchner mit Helga Franke, Lio Leiser (Occupy) und DJ Bodhi (Rillenfieber/Occupy Ffm).

 

Wer war Georg Büchner? Ausstellung über Büchner und die Büchner-Preisträger

Ausstellung/Stadtbibliothek Darmstadt
Eintritt frei!
Öffnungszeiten: Di 09 – 19 Uhr | Mi + Fr 10 – 17 Uhr | Do 10 – 19 Uhr | Sa 10 – 16 Uhr
Die Stadtbibliothek Darmstadt im Justus-Liebig-Haus widmet mit Unterstützung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in der Zeit vom 2. Juli bis zum 31. August zwei ihrer monatlich wechselnden Ausstellungen  dem Projekt Büchner200.

An zwei Ausstellungsorten innerhalb der Bibliothek werden Bücher und Hörbücher präsentiert:
Im Ausstellungsregal „Wissen zwo“ sind unter dem Titel „Georg Büchner – Leben und Werk“ die Werke des Autors zusammengestellt sowie Biografien und Sekundärliteratur, also Bücher, die sich mit dem Zeitgeschehen, Büchners Leben und seinen Texten befassen, unter anderem die neue Biografie von Jan-Christoph Hauschild „Georg Büchner – Verschwörung für die Gleichheit“.

Der Ausstellungsraum „Mittelpunkt“ ist den „Georg-Büchner-Preisträgern seit 1951“ gewidmet. Der erstmals im Jahre 1923 verliehene Preis wurde 1951 in einen allgemeinen Literaturpreis umgewandelt und seither 61 Mal von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung verliehen. Die Stadtbibliothek präsentiert in ihrer Ausstellung eine Auswahl von Büchner-Preisträgern mit ihren Werken und der dazugehörigen Sekundärliteratur. Natürlich ist die aktuelle Preisträgerin Felicitas Hoppe mit ihrem neuen Roman „Hoppe“ ebenso vertreten wie der in Frankfurt lebende Wilhelm Genazino. Aber auch so bekannte Autoren wie Erich Kästner, Günter Grass, der Literaturnobelpresiträger Heinrich Böll, Christa Wolf und noch viele weitere werden hier mit ihren Romanen zu finden sein. (SBD)

Adresse: Stadtbibliothek im Justus-Liebig-Haus, Große Bachgasse 2, 64283 Darmstadt
Weitere Informationen unter www.stadtbibliothek.darmstadt.de